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Jane Austen – zum 250. Geburtstag: Drei Schwestern (Hörbuch) und Little People, Big Dreams (Hörspiel)

Happy birthday, Jane Austen! Heute feiern vermutlich einige Leute auf dieser Welt, dass die britische Autorin am 16. Dezember 1775 geboren wurde. Für die ARD-Audiothek wurde ihr Debütroman 'Vernunft und Gefühl' ('Sense and Sensibility') neu eingelesen. 'Stolz und Vorurteil' ('Pride and Prejudice') wurde dagegen noch einmal als Audible Original mit u.a. Emilia Schüle umgesetzt. Alles schön und gut, vermutlich. Doch zu entdecken gibt es neben den Klassikern natürlich mehr!

Wer es erst einmal etwas kleiner angehen möchte und sehen will, wie Jane Austen ihren Stil zu dem entwickelte, für den sie so gefeiert wird, kann zum Beispiel zum Hörbuch 'Drei Schwestern' greifen. Eingelesen wurde das gerade einmal gut halbstündige Werk von Laura Maire und Susanne Schroeder für 'Der Hörverlag'.

Hör mal, wer da schreibt: Briefe als Hörbuch

Erzählt wird die Geschichte in mehreren Briefen von Mary und ihrer jüngeren Schwester Georgiana. Mister Watts hat der ältesten Tochter der Stanhopes – es gibt noch das „Nesthäkchen“ Sophy – einen Heiratsantrag gemacht. Ob sie ihn annimmt, steht aber noch zur Debatte.

Jedenfalls klingt ihre Beschreibung von ihm nicht gerade danach: „Er ist schon ziemlich alt – etwa 32 – und sieht so garstig aus, dass ich ihn kaum anschauen mag. Er ist unausstehlich und für mich der abscheulichste Mensch auf der Welt.“

Sein Vermögen, auch wenn es eher bescheiden ist, spricht aus Ihrer Sicht aber für ihn. Zudem hat er angekündigt, andernfalls eben einfach um die Hand einer ihrer Schwestern anzuhalten. Das geht natürlich auch nicht: „Der Gedanke, dass eine von ihnen vor mir heiratet, ist mir unerträglich.“

Er liebt mich, er liebt mich nicht… oder sie? Und ich?

Trotzdem freut sich Mary auch darauf, nach der möglichen Hochzeit ihre kleinen Schwestern auf den kommenden Bällen „chaperonieren“ zu können, was soviel bedeutet wie „eine junge Dame zu ihrem Schutz zu begleiten“.

Allerdings nur, wenn Mr. Watts sie gehen lässt. Er selbst hasst Tanzen und versteht auch nicht, was anderen daran gefallen könnte. Er findet eher, dass „... Frauen ins Haus gehörten und der Gleichen.“

Mary glaubt, sie nimmt ihn daher besser nicht. Bei einem Gespräch der beiden ist dann auch mal Sophy dabei, die laut Brief von Georgiana jedoch ganz nachvollziehbare, nicht gerade große Erwartungen hat: „Ich erwarte von meinem Ehemann, das er heiter und ausgeglichen ist. Dass er bei allem, was er tut, mein Glück im Auge hat. Und dass er mich treu und aufrichtig liebt.“

„Das sind fürwahr recht wunderliche Vorstellungen“, attestiert ihr darauf Mr. Watts und macht große Augen. Aber auch Marys materielle Wünsche nach einem „Phaeton“, also einer kleinen Kutsche, und einer beeindruckenden „Equipage“, also der Ausstattung und Aufmachung eines größeren Gespannes, lassen ihn staunen.

Read more, learn more, change the globe!

Da lernt nicht nur Mr. Watts, wie schwierig es ist, einer stolzen Dame „die Kur zu schneiden“, was soviel bedeutet, wie ihr „den Hof zu machen“. Auch die Hörer*innen, die hoffentlich lachend den Kopf über derlei arrangierte Ehen schütteln, lernen etwas über altmodische Sprache, das Leben und die Liebe.

Der 'Suhrkamp'-Verlag schreibt über Jane Austens frühe Werke inklusive 'Drei Schwestern', dass ihre literarischen Fingerübungen von erstaunlicher Stilsicherheit geprägt sind: „Ihre Bosheit und Unbekümmertheit lassen die späteren Romane Jane Austens regelrecht zahm wirken.“

Diese Briefnovelle soll Jane Austen mit 17 Jahren geschrieben haben, wie 'Der Hörverlag' angibt. Sie enthält vieles, das „...auch ihre großen Romane ausmacht: beißende Ironie, scharfe Dialoge, eine treffende Personencharakterisierung und das Thema arrangierter Ehen.“

Wer hat Angst vor... Jane Austen?

Wer ist eigentlich diese Autorin, die uns mit ihren Geschichten aus dem niederen Adel („Gentry“) Englands des 18. Jahrhunderts auch heutzutage so trefflich unterhält?

„Das bin ich“, ruft die kleine Jane im biografischen Hörspiel der Reihe 'Little People, Big Dreams'. In der Sammelausgabe mit Sängerin Ella Fitzgerald, Mode-Ikone Coco Chanel und Boxer Muhammad Ali wird sie von Stella Blankenburg gesprochen.

Geschildert wird auch Janes unerfüllte Liebe zu Tom Lefroy (mit der Stimme von Dirk Petrick, der die Hauptrolle bei 'Muhammad Ali' übernimmt), dessen Familie eine Heirat mit ihr nicht für standesgemäß hielt. Da wisst ihr, wo’s herkommt. Danke, ihr Lefroys, für 'Stolz und Vorurteil'!

Janes erwachsene Version übernimmt dabei Nora Schulte. Jede der vier Geschichten dauert nicht mal zehn Minuten, aber liefert mit Erzähler Peter Lonzek nicht nur den kleinen Hörer:innen ab dem empfohlenen Alter von 5 Jahren ein paar inspirierende Momente.

Die Autorin Maria Isabel Sánchez Vegara schreibt für 'DAV' (Der Audio Verlag) in ihrer 'Little People, Big Dreams'-Biografie: „Die jungen Frauen in Janes Büchern geben niemals auf. Sie sind standhaft und wissen selbst, was gut für sie ist.“

Außer vielleicht Mary. Oder vielleicht doch, wenn sie so glücklich ist? Außerdem sind’s ja im Hörbuch 'Drei Schwestern', mit denen sich identifiziert werden kann. Jane Austen kann auf jeden Fall feministisch gelesen werden.

Und beim Hörspiel 'Little People, Big Dreams' wird am Ende noch einmal schön zusammengefasst, welche Bedeutung Jane Austen für unsere Gesellschaft hat: „Die kleine Jane würde staunen, wenn sie wüsste, wie sehr wir ihr Bücher auch heute noch lesen und lieben.“

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